BMI mit vier Projekten auf dem 3. IT-Gipfel in Darmstadt
Das jährliche Treffen soll einen Beitrag zur Stärkung und Weiterentwicklung des Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT)-Standortes Deutschland leisten. Hierzu wurden seit 2006 neun Arbeitsgruppen (AGs) etabliert, die zahlreiche IT-Projekte vorantreiben. Das BMI engagiert sich in der AG 3 „IT-basierte öffentliche Dienste in Deutschland – E-Government“ unter Vorsitz von Bundesinnenminister Dr. Wolfgang Schäuble sowie in der AG 4 „Sicherheit und Vertrauen in IT und Internet“. Auf dem 3. IT-Gipfel stellte das BMI vier aktuelle Themen der AGs vor.
Projekt D115 – Einheitliche Behördenrufnummer in der Testphase
Mit der Rufnummer 115 erhalten Bürgerinnen, Bürger und die Wirtschaft einen direkten und unkomplizierten Draht in die Verwaltung. Welche Verwaltungsebene, welche konkrete Behörde oder Dienststelle für ein Anliegen zuständig ist, spielt für die Anruferinnen und Anrufer keine Rolle mehr. Unter der 115 erhalten sie verständliche und verlässliche Auskünfte. Die beteiligten Kommunen, Länder und Bundesbehörden haben sich auf ein einheitliches D115-Serviceversprechen geeinigt:
- Die 115 ist von Montag bis Freitag von 8:00 bis 18:00 Uhr erreichbar.
- 75 Prozent der 115-Anrufe werden innerhalb einer Frist von 30 Sekunden durch eine Mitarbeiterin oder einen Mitarbeiter in einem D115-Servicecenter angenommen.
- 55 Prozent der 115-Anrufe werden beim ersten Anruf beantwortet.
Die Staatssekretäre Dr. Beus und Westerfeld beim Pressegespräch zu D115
Quelle BMI
"Wer ist wer im Internet? – Mehr Sicherheit für elektronische Identitäten"
In einem gemeinsamen Forum von AG 3 und AG 4 erörterten Expertinnen und Experten aus Verwaltung, Wirtschaft und Wissenschaft, wie gesicherte elektronische Identitätsnachweise und nachvollziehbare Kommunikationspartner dem Einzelnen beim Schutz und der Entfaltung seiner digitalen Identität helfen können und wie der rechtliche, technische und organisatorische Rahmen für elektronische Identitäten entwickelt werden sollte. Zudem wurden mit De-Mail und dem elektronischen Personalausweis zwei aktuelle eID- und Infrastrukturprojekte des Bundes vorgestellt, die im kommenden Jahr in der Praxis getestet werden.
Mit De-Mail soll die Online-Kommunikation ab 2010 so vertraulich und verbindlich werden wie die Papierpost und dabei so einfach sein wie eine E-Mail. Elektronische Nachrichten und Dokumente können dann auf hohem Datenschutzniveau per De-Mail rechtssicher und einfach zugestellt werden. Das Gesetzgebungsverfahren wurde bereits eingeleitet.
Dr. Beus unterzeichnet die Absichtserklärung zur Pilotierung von De-Mail in Friedrichshafen
Quelle BMI
Im kommenden Jahr werden Akzeptanz, Benutzerfreundlichkeit und Umsetzbarkeit von De-Mail überprüft. Der erste Praxistest wird in Friedrichshafen am Bodensee vorbereitet. Das BMI, die Stadt Friedrichshafen, die 1&1 Internet AG mit ihren Marken WEB.DE und GMX, die Telekom-Tochter T-Systems und der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. unterzeichneten eine entsprechende Erklärung.
Prof. Dr. Eckert und Dr. Beus informierten die Kanzlerin über die nächsten Schritte zur Einführung des elektronischen Personalausweises
Quelle BMI
Publikationen zum IT-Gipfel
Einen Blick in die Zukunft des E-Government hat die AG 3 geworfen. In der Broschüre “Szenarien für die Zukunft – Anregungen für eine Deutsche E-Government-Gesamtstrategie“ beleuchten ihre Mitglieder die möglichen Weiterentwicklungen von E-Government, die denkbaren Veränderungen der Kommunikation von Bürgern, Unternehmen und Verwaltung sowie neue Partnerschaftsmodelle zwischen der Verwaltung und den Abnehmern von Verwaltungsleistungen. Damit bildet die Publikation der AG 3 eine Grundlage für die breit zu führende Diskussion über die Zukunft der IT-basierten Dienste der öffentlichen Verwaltung in Deutschland.