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BMI mit vier Projekten auf dem 3. IT-Gipfel in Darmstadt

Am 20. November 2008 fand der 3. IT-Gipfel mit hochrangigen Vertretern der Bundesregierung, Wirtschaft und Wissenschaft in Darmstadt statt. Die Bundesregierung wurde durch Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel, Bundesministerin für Bildung und Forschung, Dr. Annette Schavan, Bundesministerin der Justiz, Brigitte Zypries, sowie den gastgebenden Bundesminister für Wirtschaft und Technologie, Michael Glos, vertreten.

Das jährliche Treffen soll einen Beitrag zur Stärkung und Weiterentwicklung des Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT)-Standortes Deutschland leisten. Hierzu wurden seit 2006 neun Arbeitsgruppen (AGs) etabliert, die zahlreiche IT-Projekte vorantreiben. Das BMI engagiert sich in der AG 3 „IT-basierte öffentliche Dienste in Deutschland – E-Government“ unter Vorsitz von Bundesinnenminister Dr. Wolfgang Schäuble sowie in der AG 4 „Sicherheit und Vertrauen in IT und Internet“. Auf dem 3. IT-Gipfel stellte das BMI vier aktuelle Themen der AGs vor.

Projekt D115 – Einheitliche Behördenrufnummer in der Testphase

Mit der Rufnummer 115 erhalten Bürgerinnen, Bürger und die Wirtschaft einen direkten und unkomplizierten Draht in die Verwaltung. Welche Verwaltungsebene, welche konkrete Behörde oder Dienststelle für ein Anliegen zuständig ist, spielt für die Anruferinnen und Anrufer keine Rolle mehr. Unter der 115 erhalten sie verständliche und verlässliche Auskünfte. Die beteiligten Kommunen, Länder und Bundesbehörden haben sich auf ein einheitliches D115-Serviceversprechen geeinigt:

  • Die 115 ist von Montag bis Freitag von 8:00 bis 18:00 Uhr erreichbar.
  • 75 Prozent der 115-Anrufe werden innerhalb einer Frist von 30 Sekunden durch eine Mitarbeiterin oder einen Mitarbeiter in einem D115-Servicecenter angenommen.
  • 55 Prozent der 115-Anrufe werden beim ersten Anruf beantwortet.


Derzeit wird D115 in Modellregionen getestet. Im Frühjahr 2009 wird der Pilotbetrieb starten. Die D115 wird dann Millionen von Bürgerinnen und Bürgern in den Modellregionen zur Verfügung stehen. Über die aktuellen Pläne informierte das BMI gemeinsam mit dem Land Hessen und der Modellregion Köln.








"Wer ist wer im Internet? – Mehr Sicherheit für elektronische Identitäten"

In einem gemeinsamen Forum von AG 3 und AG 4 erörterten Expertinnen und Experten aus Verwaltung, Wirtschaft und Wissenschaft, wie gesicherte elektronische Identitätsnachweise und nachvollziehbare Kommunikationspartner dem Einzelnen beim Schutz und der Entfaltung seiner digitalen Identität helfen können und wie der rechtliche, technische und organisatorische Rahmen für elektronische Identitäten entwickelt werden sollte. Zudem wurden mit De-Mail und dem elektronischen Personalausweis zwei aktuelle eID- und Infrastrukturprojekte des Bundes vorgestellt, die im kommenden Jahr in der Praxis getestet werden.

Mit De-Mail soll die Online-Kommunikation ab 2010 so vertraulich und verbindlich werden wie die Papierpost und dabei so einfach sein wie eine E-Mail. Elektronische Nachrichten und Dokumente können dann auf hohem Datenschutzniveau per De-Mail rechtssicher und einfach zugestellt werden. Das Gesetzgebungsverfahren wurde bereits eingeleitet.


Im kommenden Jahr werden Akzeptanz, Benutzerfreundlichkeit und Umsetzbarkeit von De-Mail überprüft. Der erste Praxistest wird in Friedrichshafen am Bodensee vorbereitet. Das BMI, die Stadt Friedrichshafen, die 1&1 Internet AG mit ihren Marken WEB.DE und GMX, die Telekom-Tochter T-Systems und der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. unterzeichneten eine entsprechende Erklärung.






Die Einführung des elektronischen Personalausweises im Scheckkartenformat ist für November 2010 vorgesehen. Für den Zeitraum vom 1. Oktober 2009 bis zum 30. Oktober 2010 sind Anwendungstests geplant, um die Funktion des gegenseitigen elektronischen Identitätsnachweises zu erproben. Behörden, Wirtschaftsunternehmen und Institutionen können sich für die Anwendungstests registrieren.







Publikationen zum IT-Gipfel

Einen Blick in die Zukunft des E-Government hat die AG 3 geworfen. In der Broschüre “Szenarien für die Zukunft – Anregungen für eine Deutsche E-Government-Gesamtstrategie“ beleuchten ihre Mitglieder die möglichen Weiterentwicklungen von E-Government, die denkbaren Veränderungen der Kommunikation von Bürgern, Unternehmen und Verwaltung sowie neue Partnerschaftsmodelle zwischen der Verwaltung und den Abnehmern von Verwaltungsleistungen. Damit bildet die Publikation der AG 3 eine Grundlage für die breit zu führende Diskussion über die Zukunft der IT-basierten Dienste der öffentlichen Verwaltung in Deutschland.

12.12.2008

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